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WIEN: GRUNDSTEINLEGUNG FÜR NEUE RUMÄNISCH-ORTHODOXE PFARRKIRCHE IN DER LEOPOLDSTADT

Hunderte „wetterfeste Christen“ harrten stundenlang im strömenden Regen aus – Das neue Gotteshaus wird sich am Vorbild der berühmten Klosterkirchen in der Moldau und in der Bucovina orientieren – Projekt wurde tags zuvor im „Otto Mauer-Zentrum“ präsentiert
Wien, 17.09.17 (poi) Hunderte wetterfeste rumänisch-orthodoxe Christen harrten am Sonntagvormittag unter strömendem Regen bei der Göttlichen Liturgie und der Grundsteinlegung für die neue rumänisch-orthodoxe Pfarrkirche an der künftigen Bruno Marek-Allee im Stadterneuerungsgebiet in Wien-Leopoldstadt aus. Unter dem Vorsitz des für Wien zuständigen rumänisch-orthodoxen Metropoliten für Mitteleuropa, Serafim (Joanta), fanden auf dem Bauplatz des künftigen Gotteshauses auf dem Gelände des einstigen Frachtenbahnhofs des Nordbahnhofs zunächst das Morgenlob, dann die Göttliche Liturgie und schließlich die Grundsteinlegung statt. Sowohl für den Klerus auf der Altarinsel als auch für die Gläubigen waren Zelte aufgestellt, viele hielten aber auch im Freien unter Schirmen dem Regen stand. Der Bezirk Leopoldstadt hatte 2014 (damals noch unter dem mittlerweile abgelösten und kurze Zeit später verstorbenen Bezirksvorsteher Karlheinz Hora) an alle Religionsgemeinschaften appelliert, im Sinne aktueller stadtplanerischer Überlegungen im Neubaugebiet ex-Nordbahnhof ein spirituelles Zentrum zu errichten. Die rumänisch-orthodoxe Kirche war die einzige Religionsgemeinschaft, die dieser Einladung entsprach. Nach Angaben des Architekten-Ehepaares Georg und Mihaela Baldass (das schon die rumänisch-orthodoxe Kirche an der Simmeringer Hauptstraße entworfen hat) wird sich das neue Gotteshaus an der Bruno Marek-Allee an den „klaren Formen“ der Moldau-Klöster wie Sucevita orientieren: Geplant ist eine 400 Qadratmeter große Dreikonchen-Kirche mit Pantokratorturm, freistehendem Glockenturm, wie er in der Bucovina üblich ist, verbunden mit zwei Gebäuden, in denen u.a. das Pfarrbüro, die Pfarrerwohnung, ein Kindergarten (in Trägerschaft der katholischen St. Nikolaus-Stiftung) Platz finden werden. Seelsorger der neuen Gemeinde und Projektleiter des Gesamtvorhabens ist der rumänisch-orthodoxe Priester Emanuel-Stefan Nutu. Die Erwartungen der Leopoldstadt an das neue religiöse Zentrum sind hoch, so der Vizevorsitzende der Bezirksvertretung, Bernhard Seitz: „Wir hoffen, dass diese rumänisch-orthodoxe Gemeinde Teil unserer Identität wird. Die Leopoldstadt steht heute für gute Nachbarschaft, Toleranz und Respekt“. mehr…

Wien bekommt neue rumänisch-orthodoxe Kirche

In Wien-Leopoldstadt soll eine neue rumänisch-orthodoxe Kirche gebaut werden. Zur Grundstücksweihe und Grundsteinlegung am kommenden Sonntag, 17. September, wird eigens der für Österreich zuständige Metropolit Serafim Jonta anreisen. Er steht um 10 Uhr einer Göttlichen Liturgie auf dem neuen Grundstück in der auf dem Nordbahnhofgelände entstehenden Bruno-Marek-Allee vor. Im Anschluss an den Gottesdienst (ca. 12.30 Uhr) wird er den Bauplatz weihen und die Grundsteinlegung vornehmen. Der geplante Kirchenbau orientiert sich stark an der dem Heiligen Georg geweihten Kirche im rumänischen Kloster Voronet. Diese Klosterkirche wird wegen der exzellenten Fresken auch "Sixtinische Kapelle des Ostens" bezeichnet. Mit dem Bau der neuen Kirche in Wien könnte dem Vernehmen nach 2018 begonnen werden.

Die rumänisch-orthodoxe Kirchengemeinde besitzt in Wien bereits zwei Kirchen: die 2009 fertiggestellte Andreas-Kirche im 11. Bezirk (Simmering) und die 2014 von der Erzdiözese Wien übergebene Antonskirche im 15. Bezirk (Rudolfsheim-Fünfhaus). Neben Wien gibt es in Österreich weitere rumänisch-orthodoxe Gemeinden bzw. Gottesdienststätten in Salzburg, Graz, Linz, Klagenfurt, Knittelfeld, Feldkirch, St. Pölten, Wiener Neustadt, Innsbruck, Krems, Amstetten und Oberpullendorf. Die Zahl der rumänisch-orthodoxen Gläubigen in Österreich liegt Schätzungen zufolge bei mehr als 40.000. Genaue Daten gibt es nicht.

Die rumänisch-orthodoxen Kirchengemeinden in Österreich gehören zur Diözese Zentral- und Mitteleuropa. Zuständiger Bischof ist Serafim Romul Joanta mit Sitz in Nürnberg. In Österreich steht Bischofsvikar Nicolae Dura den rumänischen Gemeinden vor. (Infos:
www.rumkirche.at)

Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at

Russische Orthodoxie sieht Fortschritt im Dialog mit Katholiken

Russlands orthodoxe Kirche sieht einen "bedeutenden Fortschritt" im Dialog mit der katholischen Kirche. In den vergangenen zehn Jahren habe sich viel in der Beziehung zueinander getan; ebenso zwischen Russland und dem Heiligen Stuhl, sagte der Außenamtschef des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion, der italienischen Tageszeitung "Il sole 24 ore" (Donnerstag). Einigkeit bestehe etwa bei aktuellen Problemen wie dem Verlust spiritueller Werte und Christenverfolgung. "Das ist ein Problem, welches sowohl die orthodoxe Kirche als auch den Heiligen Stuhl aus ganzer Seele beunruhigt, und uns antreibt, unsere Kräfte zu vereinen um eine gemeinsame Lösung zu finden", so der Metropolit.

Hilarion äußerte sich anlässlich des bevorstehenden Moskau-Besuchs von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin von Sonntag bis Donnerstag. Als Hauptthemen nannte er die Lage im Nahen Osten und in der Ukraine; auch eine Friedenslösung für Syrien werde sicher Thema sein. Parolins Besuch könne dazu beitragen, verschiedene Blickwinkel anzunähern und gemeinsame Lösungen für verschiedene Probleme zu finden, so Hilarion, der auch selbst mit Parolin zusammentreffen wird. "Ich werde mit ihm das gesamte Spektrum der bilateralen Beziehungen zwischen der russisch-orthodoxen und der katholischen Kirche erörtern und hoffe, dass wir neue Perspektiven zur weiteren Entwicklung abstecken können".

Mit Blick auf die Ukrainische Griechisch-Katholische Kirche sagte er, dies sei immer noch "die heikelste Frage in den Beziehungen der beiden Kirchen". Zugleich würdigt der Außenamtschef des Moskauer Patriarchats in dem Interview die Aufnahme voller diplomatischer Beziehungen zwischen Russland und dem Vatikan im Jahr 2009 sowie das historische erste Treffen von Papst Franziskus und Patriarch Kyrill I. 2016 in Havanna/Kuba, in dessen Folge sich die Zusammenarbeit beider Kirchen weiter verstärkte.

Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress,
www.kathpress.at

Serbischer Bischof würdigt Vielfalt der Kirchen

Für Österreich, Schweiz und Deutschland zuständiger Bischof Andrej in Zeitschrift "Religion & Gesellschaft": "Unsere Gläubigen respektieren Traditionen anderer Kirchen und versuchen, sich zu integrieren"

Der serbisch-Orthodoxe Bischof Andrej (Cilerdzic) will sich um weitere Fortschritte in der Ökumene bemühen und sieht dabei als Ziel keine "uniforme Einheit", sondern eine Vielfalt und "versöhnte Verschiedenheit". Andrej Cilerdzic ist seit 2014 Bischof von Österreich, der Schweiz, Italien und Malta. Sein Bischofssitz ist Wien. In Österreich ist er für rund 30 Gemeinden verantwortlich, in der Schweiz sind es zwölf, in Italien sechs und auf Malta eine. Vor kurzem wurde er zudem zum Administrator der Diözese Deutschland ernannt. Er äußerte sich in der aktuellen Ausgabe der in der Schweiz erscheinenden Fachzeitschrift "Religion & Gesellschaft".

Die Orthodoxen in der Schweiz hätten mittlerweile "viel Sensibilität und Fingerspitzengefühl für das hiesige kirchliche und gesellschaftliche Leben entwickelt", so der Bischof. Mit Blick auf die reformierte Kirche beinhalte dies auch einen "gewissen Respekt" davor, dass dort auch Frauen ordiniert werden. Cilerdzic: "Da gibt es für uns Orthodoxe nichts zu streiten. Eine andere Frage ist, ob dieser Schritt theologisch gerechtfertigt gewesen ist, aber das steht auf einem anderen Blatt. Hier geht es darum, Respekt voreinander zu haben und Vielfalt als etwas zu bejahen, das zu unserem modernen Leben dazu gehört."

Als für die Schweiz zuständiger Bischof könne er sagen, "dass unsere Gläubigen die Traditionen der anderen Kirchen respektieren und versuchen, sich zu integrieren". Vor diesem Hintergrund sehe er die Bestrebungen zu einer engeren Kooperation zwischen Staat und Orthodoxer Kirche, wie sie gegenwärtig in den Kantonen Waadt, St. Gallen und Zürich diskutiert werden, "eigentlich als Selbstverständlichkeit an". Die Situation in der Schweiz mit ihren 26 Kantonen sei freilich grundsätzlich komplex. (In Zürich wurde beispielsweise 2014 der "Verband Orthodoxer Kirchen im Kanton Zürich" mit dem Fernziel der öffentlich-rechtlichen Anerkennung im Kanton gegründet.)

In Österreich sei die Ausgangslage einfacher. Hier regle das Orthodoxengesetz die Beziehungen zwischen Staat und orthodoxer Kirche. "Zudem haben wir in Wien mit Metropolit Arsenios (Kardamakis) einen sehr talentierten Vorsitzenden, der die Bischofskonferenz sehr gut leitet und die Kontakte zu staatlichen Stellen pflegt", so Cilerdzic wörtlich.

Kirche in Serbien sollte "politischer" sein

Für Serbien wünsche er sich, "dass der Kirche mehr Möglichkeiten gegeben werden sollten, zu gesellschaftlichen Fragen öffentlich Stellung zu beziehen", so der Bischof: "Als Orthodoxer in Westeuropa nehme ich sehr stark wahr, dass die Kirchen an großen Festen wie Weihnachten und Ostern Botschaften zu sozialen Fragen herausgeben, und dass sie so ein zusätzliches Verantwortungsgefühl für die Gesellschaft zeigen."

Es freue ihn beispielsweise, so Cilerdzic, "wenn die evangelische oder katholische Kirche in Deutschland das Recht der Menschen auf Arbeit ansprechen". Ähnliches wäre auch für Serbien und die Orthodoxie vor Ort wünschenswert.

Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at

NEUE BULGARISCH-ORTHODOXE PFARRKIRCHE IN WIEN GEWEIHT

Der für West- und Mitteleuropa zuständige Metropolit Antonij würdigte bei der Weihe die Tätigkeit des Wiener bulgarisch-orthodoxen Pfarrers Ivan Petkin und die gute Zusammenarbeit mit offiziellen bulgarischen und österreichischen Stellen bei der Realisierung des Kirchenbauprojekts

Wien, 11.06.17 (poi) Die neue bulgarisch-orthodoxe Kirche in der Dunklergasse im 12. Wiener Bezirk sei ein „Symbol von Glaube, Hoffnung und Liebe“ der bulgarischen Christen in Wien, betonte der für West- und Mitteleuropa zuständige bulgarisch-orthodoxe Metropolit Antonij (Mihalev) am Sonntag bei der Weihe des neuen Gotteshauses, das in einen Wohnblock integriert ist. Der Metropolit dankte in besonderer Weise dem Wiener bulgarisch-orthodoxen Pfarrer, Erzpriester Ivan Petkin, ohne dessen Einsatz die Erbauung und Eröffnung der dem Heiligen Ivan Rilski (Johannes von Rila) geweihten Kirche nicht möglich gewesen wäre.

Die neue Kirche mit ihrem eindrucksvollen Freskenschmuck festige das Vertrauen und die Zuversicht, dass die zahlreichen in Wien lebenden Bulgaren vom bulgarischen Staat und von der bulgarischen Kirche nicht vergessen werden, so der Metropolit. Ohne die Unterstützung durch das Amt des bulgarischen Ministerpräsidenten, das Religionsamt in Sofia und die Bulgarische Botschaft in Wien wäre die Verwirklichung des Kirchenbauprojekts nicht möglich gewesen. Ihnen allen sei die wichtige Rolle der bulgarisch-orthodoxen Kirche bei der Betreuung der in der Emigration lebenden orthodoxen Gläubigen bewusst. Zugleich dankte der Metropolit auch den österreichischen Behörden für Unterstützung und Zusammenarbeit bei der Realisierung des Kirchenbaus.

An der Kirchweihe und der Göttlichen Liturgie nahmen u.a. auch der Wiener Weihbischof Helmut Krätzl, die bulgarische Spitzendiplomatin (und frühere Botschafterin ihres Landes in Wien) Elena Shekerletova, und der Vorsitzende der Österreichisch-bulgarischen Gesellschaft, Karl Blecha, teil.

Quelle: http://www.pro-oriente.at/News/

Orthodoxes Ökumene-Bekenntnis trotz Hardlinern in eigenen Reihen

Vertreter des Ökumenischen Patriarchats beim Weltkirchenrat in Genf, Erzbischof Job Getcha, im "Kathpress"-Interview über anti-ökumenische Bewegungen in einzelnen orthodoxen Kirchen, die Folgen des Panorthodoxen Konzils und den offiziellen katholisch-orthodoxen Dialog

Fundamentalistische, anti-ökumenische Bewegungen in einzelnen orthodoxen Kirchen sieht Erzbischof Job (Getcha) als ein, wenn nicht "das" große Problem innerhalb der Weltorthodoxie, das anstehende Reformen verhindert. Die Kirchenleitungen hätten Angst vor Hardlinern in den eigenen Reihen und scheuten innerkirchliche Konflikte, so Getcha im Interview mit "Kathpress". Trotzdem zeigte er sich grundsätzlich zuversichtlich. Zur Ökumene gebe es keine Alternative.

Der Erzbischof ist Vertreter des Ökumenischen Patriarchats beim Weltkirchenrat in Genf und Ko-Vorsitzender der Offiziellen Internationalen orthodox-katholischen Dialogkommission. Getcha hat dieser Tage Wien besucht, wo er u.a. an der Universität einen Vortrag über aktuelle Entwicklungen in der Orthodoxie und Chancen und Herausforderungen für die Ökumene hielt. Er traf sich zudem zu ausführlichen Beratungen mit den Verantwortlichen der Stiftung "Pro Oriente".

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Lesenswert: Kathpress Schwerpunkt über Armenien

Armenien war das erste Land, das den christlichen Glauben zur Staatsreligion machte: Trotz langer Sowjetherrschaft gehören heute wieder 90 Prozent der Bevölkerung der armenisch-apostolischen Kirche an. Sie bildet eine wichtige Klammer für die Identität und Kultur der rund drei Millionen Einwohner.

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CHRISTENVERFOLGUNG: „NUR DIE LIEBE KANN DEN HASS ÜBERWINDEN“

Kardinal Schönborn und Außenminister Kurz in der Kirche Maria vom Siege bei Gebetsversammlung zum Gedenken an die koptischen Märtyrer der jüngsten Zeit – Bischof Gabriel: Christentum wird gestärkt aus der Verfolgung hervorgehen
Nur die Liebe kann den Hass überwinden: Dies betonte Kardinal Christoph Schönborn am Sonntagabend in der jetzt koptischen Kirche Maria vom Siege am Wiener Mariahilfer Gürtel beim Gebet für die verfolgten Christen. Der Wiener Erzbischof berichtete von seiner Begegnung im letzten Herbst mit den Familien der in Libyen von IS (Daesh)-Terroristen ermordeten koptischen Arbeitsmigranten. Auf den Gesichtern der Frauen dieser jungen Märtyrer sei kein Hass gewesen, keine Bitterkeit, ein großer Schmerz, aber auch ein Leuchten. „Hier wurde deutlich, dass ein Sieg errungen ist über den Hass“, sagte der Kardinal. Den koptischen Märtyrern der letzten Jahre, der koptischen Kirche insgesamt, sei für ihr Zeugnis zu danken, betonte Schönborn. Der Dank gelte aber auch dem ägyptischen Präsidenten Abd-el-Fattah al-Sisi, der in der im Bau befindlichen neuen Hauptstadt Neu-Kairo eine Kathedrale für die Märtyrer bauen lasse als Zeichen, „dass der Hass Ägypten nicht auseinanderbrechen lässt“. Das Zeugnis der koptischen Märtyrer bedeute, dass „der Weg der Liebe in unserer friedlosen Welt stärker sein wird als der Hass“.
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Ab jetzt gegenseitige Anerkennung der Taufe von Kopten und Katholiken

Eine historische Vereinbarung der gegenseitigen Anerkennung der Taufe wurde unterzeichnet zwischen der katholischen und der koptisch-orthodoxen Kirche. In einer gemeinsamen Erklärung halten Papst Franziskus und Patriarch Tawadros II. fest, dass „die Taufe nicht zu wiederholen, die in einer unserer Kirchen einer Person gespendet wurde und die sich der anderen anschließen möchte“. Als Grund nennen sie „Gehorsam gegenüber den Heiligen Schriften und dem Glauben der drei Ökumenischen Konzilien in Nizäa, Konstantinopel und Ephesus“.

Quelle: Radio Vaticana

Metropolit Arsenios: Ostern kann "jegliche Finsternis besiegen"

Wiener orthodoxer Metropolit in Osterbotschaft: Es geht nicht nur um ein Ereignis aus der Vergangenheit, sondern um die Änderung des eigenen Lebens

Ostern als "Fest der Feste" beschränkt sich nicht auf einige wenige Tage des liturgischen Jahres, denn es ist das "Hochfest der Hochfeste", das der ganzen Existenz der Christen erst Sinn verleiht. Das Osterlicht könne jegliche Finsternis besiegen, betonte der orthodoxe Metropolit von Austria, Arsenios (Kardamakis), in seiner Osterbotschaft.

Wörtlich stellte der Metropolit fest: "Zu Ostern erinnern wir uns nicht nur einfach an ein Ereignis aus der Vergangenheit, sondern leben heute die Bedeutung des Opfers Christi, nicht nur emotional, sondern existenziell, als Zeichen der Änderung unseres eigenen Lebens, als Möglichkeit der Umkehr und Rückkehr zu Ihm." Die österliche Freude sei dann wahrhaft, wenn dieses Fest der Anlass wird, "das Reich Gottes zu leben", wenn "der alte Mensch zu neuem Leben geführt wird, zum Leben der Auferstehung".

Es sei sein Wunsch, so der Metropolit, dass das "Licht der Auferstehung Christi" die Schritte und den Weg der Menschen erleuchten möge: "Es erfasse mit seinem Schein die Familien und jeden einzelnen persönlich, damit sich das Leben an diesem unauslöschlichen Licht ausrichte, dem es möglich ist, jegliche Finsternis zu besiegen und die menschliche Existenz zu erleuchten."

Im Hinblick darauf, dass heuer "westliches" und "östliches" Osterfest auf den 16. April zusammenfallen, hatte sich Metropolit Arsenios vor kurzem in einem "Kathpress"-Interview dafür ausgesprochen, die Bemühungen für einen gemeinsamen Ostertermin zu intensivieren, um endlich immer gemeinsam das höchste Fest der Christenheit zu begehen. "Ostern sollte von allen Christen gemeinsam gefeiert werden", so der Metropolit wörtlich. Damit würden die Kirchen auch dem Willen Jesu entsprechen, "dass wir alle eins sind". Unabhängig vom Termin würde er sich aber auch mehr gemeinsame ökumenische Gottesdienste oder auch Gebetsfeiern in der Osterzeit wünschen, so der Metropolit.

Als Ostertermin hat das Konzil von Nicäa 325 den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond festgelegt. Als Frühlingsbeginn gilt dabei der 21. März. Frühester Ostertermin ist deshalb der 22. März, spätester der 25. April.

Seit dem 16. Jahrhundert folgen östliche und westliche Kirchen zur Berechnung des Ostertermins aber unterschiedlichen Kalendern: die orthodoxen und orientalisch-orthodoxen Kirchen richten sich nach dem auf Julius Caesar zurückgehenden Julianischen Kalender, katholische und evangelische Kirche folgen dem 1582 von Papst Gregor XIII. reformierten Gregorianischen Kalender. Gegenüber dem Gregorianischen Kalender liegt der 21. März des Julianischen Kalenders aber derzeit 13 Tage später, daher verschiebt sich das orthodoxe Osterfest manchmal um eine Mondphase. Die Ostertermine können deshalb bis zu fünf Wochen auseinander fallen.

Der nächste gemeinsame Ostertermin fällt auf das Jahr 2025. In diesem Jahr wird zugleich auch das 1.700-Jahr-Jubiläum des Konzils von Nicäa gefeiert. Es war das erste Konzil der damals noch ungeteilten Kirche. Teilnehmer waren die Bischöfe aus allen Teilen des Römischen Reiches. Von den Bischöfen aus anderen Staaten (etwa dem Persischen Reich usw.) konnten nur wenige teilnehmen.

Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at

Hier:
Die Osterbotschaft von Metropolit Arsenios im Wortlaut.

Metropolit Arsenios: Gedanken zum Osterfest

Hier: Die Osterbotschaft von Seiner Allheiligkeit Patriarch Bartholomaios im Wortlaut.

Gastvortrag zum Thema „The Orthodox Church in the Diaspora - Chances for Ecumenism“

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Erzbischof Job (Getcha) von Telmessos ist als ständiger Repräsentant des Ökumenischen Patriarchats beim Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf eine der wichtigsten Persönlichkeiten auf ökumenischen Gebiet von Seiten der Orthodoxie. In seinem Vortrag wird er über die Chancen und Möglichkeiten der orthodoxen Diaspora für das weite Feld der Ökumene sprechen, das er aus eigener Erfahrung sehr gut kennt. Als neuer Ko-Präsident [Nachfolger von Metropolit Johannes (Zizulas) von Pergamon] in der offiziellen, internationalen orthodox-katholischen Dialogkommission sind ihm die noch bestehenden Hindernisse auf dem Weg zur sichtbaren Einheit wohl bekannt. Trotzdem bekennt er sich ohne Einschränkung zur Weiterführung und Intensivierung des ökumenischen Dialogs. 
 
Link zur Veranstaltungswebsite:
http://ht-ktf.univie.ac.at/news-events/detail/news/the-orthodox-church-in-the-diaspora-chances-for-ecumenism/
 

Orthodoxer Metropolit Arsenios für gemeinsamen Ostertermin

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Alle Christen feiern heuer Ostern ausnahmsweise am gleichen Termin - Wiener Metropolit für mehr gemeinsame ökumenische Gottesdienste in der Osterzeit, um Einheit der Christen stärker zum Ausdruck zu bringen

2017 feiern alle 2,3 Milliarden katholische, evangelische und orthodoxe Christen das Osterfest zum gleichen Zeitpunkt. Das ist freilich eher selten, denn meistens feiern Ost- und Westkirche nicht am gleichen Tag. Der orthodoxe Metropolit Arsenios (Kardamakis) hat sich im "Kathpress"-Interview dafür ausgesprochen, die Bemühungen für einen gemeinsamen Ostertermin zu intensivieren, um endlich immer gemeinsam das höchste Fest der Christenheit zu begehen. "Ostern sollte von allen Christen gemeinsam gefeiert werden", so der Metropolit wörtlich. Damit würden die Kirchen auch dem Willen Jesu entsprechen, "dass wir alle eins sind". Unabhängig vom Termin würde er sich aber auch mehr gemeinsame ökumenische Gottesdienste oder auch Gebetsfeiern in der Osterzeit wünschen, so der Metropolit.

Als Ostertermin hat das Konzil von Nizäa 325 den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond festgelegt. Als Frühlingsbeginn gilt dabei der 21. März; frühester Ostertermin ist deshalb der 22. März, spätester der 25. April. Seit dem 16. Jahrhundert folgen östliche und westliche Kirchen zur Berechnung des Ostertermins aber unterschiedlichen Kalendern: die orthodoxen, orientalisch-orthodoxen und byzantinisch-unierten Kirchen richten sich nach dem auf Julius Caesar zurückgehenden Julianischen Kalender, katholische und evangelische Kirche folgen dem 1582 von Papst Gregor XIII. reformierten Gregorianischen Kalender.

Gegenüber dem Gregorianischen Kalender liegt der 21. März des Julianischen Kalenders aber derzeit 13 Tage später; daher verschiebt sich das orthodoxe Osterfest manchmal um eine Mondphase. Die Ostertermine können deshalb bis zu fünf Wochen auseinander fallen. Dazu kommt, dass in der orthodoxen Tradition das Osterfest auch nie vor dem jüdischen Pessachfest gefeiert wird, was dann nochmals zu Verschiebungen führen kann.

Einen konkreten Schritt hin zu einem gemeinsamen Termin hat die katholische Kirche im Nahen Osten gesetzt, wo sich die katholischen Minderheitskirchen in vielen Ländern an den Ostertermin der orthodoxen und altorientalischen Mehrheitskirchen richten. Metropolit Arsenios griff diesen Gedanken im "Kathpress"-Gespräch auf. So könnten im Umkehrschluss auch die orthodoxen Kirchen im Westen gemeinsam mit den Katholiken und Protestanten feiern. Er persönlich würde dies für sinnvoll erachten. Wenn es in der Debatte um einen gemeinsamen Ostertermin nicht bald substanzielle Fortschritte gibt - und danach sieht es derzeit nicht aus - dann feiern die Christen erst wieder 2025 gemeinsam Ostern.

Weitere Meldungen und Hintergrundberichte rund um Ostern bietet ein Kathpress-Themenpaket unter
https://www.kathpress.at/ostern.

Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at